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Donnerstag, 12. November 2020

#alloveragain

Hi.

Du. Genau du. 

Wir kennen uns oder? 

Das letzte Mal ist schon lang her. Vielleicht erinnerst du dich. 

Heute, so wie jedes Mal, treffen wir uns hier. Wieder genau hier. An dem Ort, der dir so viel gibt. 

Halt. Freundschaft. Austausch. Unterstützung. Verständnis. Hoffnung. Liebe.

Du dachtest, du bräuchtest das alles nicht mehr. Du bist darüber hinweg. Du bist rausgewachsen. Hast alles im Griff.

Und dennoch kehrst du wieder und wieder hierher zurück. Sehnst dich nach all dem. All dem, was dir die Realität nicht gibt. 

Du weißt, es gibt etwas in dir. Etwas, das dich beschäftigt. Das dich belastet. Das deine Gedanken immer wieder zu sich zieht. Das sich immer wieder in den Fokus drängt. Das alle anderen niemals verstehen werden.

Nur hier. Hier wirst du verstanden.

Montag, 21. Oktober 2019

#58 ich werde immer mehr...

und mehr.
und mehr.
und ich kann es nicht stoppen.
mein kopf setzt mir keine grenzen. mein körper auch nicht.

Gefühlt habe ich 1000 Baustellen auf einmal an mir, dass ich gar nicht weiß, wo ich gerade anfangen soll.

Seit ich wieder hier bin, bin ich mir mehr über meinen eigenen Körper bewusst geworden. Ich sehe mittlerweile richtig mopsig aus. Mein Gewicht ist mal wieder bei ca. 61kg. Mal wieder das höchste Gewicht, das ich habe. Komischerweise geht das nie drüber, ich weiß nicht warum. Vielleicht setzt mir mein Körper da also doch eine Art von Grenze. In meiner dünnen Zeit mit ca. 51kg habe ich mir so viele neue Klamotten kaufen müssen, weil vor allem die Hosen an meinen Beinen schlabberten, dass es unmöglich aussah. Die neuen Hosen sind mir jetzt zu eng und der alte Rest passt wieder. Ganz toll!

Ich fühle mich zurzeit so hässlich und eklig.
wie ein Fleischberg.
schwabbelig.
rund.
mopsig.

Ich vermeide auch jeden Blick in den Spiegel, vor meinem Freund ist mir das so unangenehm wie ich aussehe, obwohl er mir von sich aus keinen Grund dafür gibt. Aber ich selbst weiß, dass ich viel dünner und hübscher war, als wir uns kennenlernten.
Jetzt am Wochenende habe ich meine Schwester gesehen. Mit der ich gerade keinen Kontakt habe. Weil sie zu meiner Mum sagte, dass ich ihr viel zu negativ sei. sie runterziehe mit meiner Negativität.
dass ihr das zu viel sei. dass das bei uns eh nur eine Zweckgemeinschaft gewesen sei und sie froh sei, wenn wir keinen Kontakt mehr hätten.

Daraufhin habe ich auch sämtlichen Kontakt zu ihr abgebrochen.
Jedenfalls sagte sie einmal zu mir, wie schlimm sie es fände, wenn sie mal bei 60kg oder mehr wäre. Einige Zeit zuvor hatte ich über 60kg. Und ich bin genauso groß wie sie.
Zuletzt war ich die Dünne, bei der sich alle schon Sorgen machten, warum ich so viel abgenommen hatte. Und sie war die bisschen mopsige, bestimmt über 60. Und gestern?

Tja, gestern war es anders. Sie hatte wieder abgenommen und ich war die Dicke. Es geht mir gar nicht um Eifersucht oder sowas. Aber diese Worte damals, die brannten sich bei mir ein.


Und gerade habe ich ein enormes Problem mit meinem Kopf. Ich weiß, ich finde mich zu fett und hässlich. ich weiß, ich sollte und ich will auch abnehmen. aber ich kanns gerade nicht. ich kann nicht gesund einkaufen, ich kann nicht gesund kochen, ich kann nicht gesund essen. Ich hoffe, ich komme bald wieder an den Punkt, an dem auch der Kopf wieder mitspielt. Gerade redet er mir ein, dass es ja noch gar nicht so schlimm wäre. Aber ich finde es schlimm. Ich finde mich schlimm so.


Freitag, 4. Oktober 2019

#55 alles neu?

So,

ich habe jetzt hier einiges erneuert, aktualisiert und umgestellt. Ich dachte, es ist alles neu, alles anders, andere Probleme, andere Dinge, die mich beschäftigen also muss ich hier auch alles ändern. Macht es überhaupt Sinn diesen alten Blog weiterzuführen oder sollte ich nicht lieber gleich einen neuen Blog starten?
Mein erster Gedanke: ich will den alten BloggerInnen, die noch aktiv sind, wieder folgen und ich freue mich, wenn auch die mir weiterhin folgen können und wollen. Das will ich nicht verlieren.
Mein zweiter Gedanke: das war und ist immer ein Teil meines Lebens, auch wenn jetzt alles anders ist.
Gedacht und gemacht: alles bisschen durchgeschaut und überarbeitet.
Und es dauerte nicht lange, da fiel mir eines auf:
Die Probleme sind nicht anders.
Dinge, die mich beschäftigten, beschäftigen mich auch heute noch.
Es ist nicht alles neu, nicht alles anders.
Es hat sich nur weiterentwickelt.

Und ich merke, dass ich immer noch die gleiche bin wie damals.
Gleich zweifelnd.
Gleich unsicher.
Gleich unverstanden.
Gleich traurig.
Gleich einsam.
Gleich selbsthassend und selbstzweifelnd.
Gleich voller Unruhe und Chaos im Kopf.

Und von allem beschäftigt mich am meisten zu wie vielen Personen ich den Kontakt abgebrochen oder eingestellt habe. Richtigen Kontakt, im Sinne von häufiger Kommunikation, persönlichen Treffen etc. habe ich aktuell nur zu meinem Freund, mit dem ich zusammenwohne und zu meiner Mutter. Sie und ihren Mann sehe ich ca. 1 Mal im Monat. Davon abgesehen habe ich natürlich noch ein paar wenige "geschäftliche" Kontakte zu anderen Menschen. Kindern. In der Schule, wo ich arbeite. Und den Kindern von der Kinderbetreuung. Das wars.
Ich selbst mache mich abhängig von meinem Freund. Der mich mehrmals schon verlassen hat wollte, aber ich bin ihm nachgelaufen und er ist zurückgekehrt. Er war nur für wenige Stunden weg um nachzudenken und 2 Mal für 3-4 Tage bei seiner Familie. Einmal machte er Schluss, aber ich lief ihm nach und er kam wieder mit mir. Ansonsten wollte er immer etwas Abstand um zu reflektieren.
Gestern sagte er, dass er mir nie nachlaufen würde. Er ist nicht der Typ dafür und wieso sollte man auch versuchen etwas zu reparieren, was eigentlich längst kaputt ist.

Er hat mir eine Lektion über mich selbst erteilt.

Ich laufe ständig Dingen nach, die längst kaputt sind. Ich mache mich selbst zur kompletten Vollidiotin und absoluten Lachnummer, weil ich allem nachlaufe, obwohl es längst kaputt ist.
Trotzdem war er froh, dass ichs gemacht hab. Damals vor 4 Tagen kam er dann sofort zu mir, als er mich sah, fing er an zu weinen was er nie macht, weil ers nicht (mehr) kann und sagte, er könne es nicht. Er sei bei mir zuhause und er bereue es, dass er all seine Sachen gepackt habe.
Für mich war eine Welt zusammengebrochen.

ich war babysitten. er hatte frei. wir stritten. wie immer. als ich weg war, packte er all seine sachen zusammen und fuhr sie zu seiner familie. zwei mal musste er fahren. zwei mal bei denen er keine skrupel hatte, mich zu verlassen. ich ahnte was. ich schrieb ihm. er blockierte mich. als ich heimkam, sah ich, dass sein auto weg war. in der wohnung dann der schock. jede kleinigkeit von ihm war weg.

Und nun die Frage warum ich mir das selbst antue.
ich weiß es nicht. ich will nicht allein sein. ich will ihn nicht verlieren. ich will nicht verlassen werden. ich will, dass jemand mich liebt.

alles neu?
alles alt.